Eindrücke Nachtfotografie Kurse zur Herbst-Kirmes in Köln-Deutz 2018

In diesem Blogartikel möchte ich dir ein paar Bilder und Geschichten hinter diesen Bildern zeigen. Sie sind während der Kirmes im Herbst in Deutz 2018 entstanden. Einige Bilder sind während meines Nachtfotografie Kurses entstanden, während ich den Teilnehmern gezeigt habe, wie sie fotografieren sollen.

Das erste Bild ist bei meinem vorletzten Nachtfotografie Kurs am Freitag den 26.10.2018 zur Eröffnung der Deutzer Kirmes aufgenommen worden. Hier habe ich meinen Teilnehmern zeigen wollen, wie sie Bilder aus der Hand mit wenig Licht fotografieren können. Zusätzlich haben wir die führenden Linien des Geländer und der Schienen genutzt um in unser Bild hinein zu leiten. Die Passanten füllen das Bild mit Leben und verdeutlichen die Wetterlage und Stimmung im Foto.

Bilddaten: Blende 2,8, 1/40Sekunde Belichtungszeit, 70mm auf einer Kleinbild-/Vollformatkamera bei ISO 2000.

Pärchen zur Kirmes in der Nacht quer 2018.jpg

Mit dem folgenden Bild konnte ich den 2. Platz beim Fotowettbewerb der Kirmes in Deutz 2018 gewinnen :) 

Das Bild habe ich bei einem Testlauf für meine neue Kamera, Lumix Gh81 gemacht, mit der ich ein paar Sachen ausprobieren wollte. Das Bild wurde mit Blende 11, ISO 100, 35mm (Kleinbildangabe) und 1 Sekunde (!) aus der Hand gemacht. 

Der Bildstabilisator im Objektiv und in der Kamera hat dabei geholfen, dass es bei einer so langen Belichtungszeit nicht verwackelt ist. 
Hierbei hat mir das Klappdisplay der Kamera zusätzlich erspart, dass ich dabei auf dem Boden liegen musste. Es hat sich also sehr gelohnt!

Den Gewinn einer Tageskarte für Freifahrtkarte für 2 Personen werde ich mir wohl erst zur Frühlingskirmes 2019 abholen. Die Kirmes ist ansonsten nur noch Samstag und Sonntag offen. Hier habe ich leider keine Zeit dafür :) 

Kirmes Riesenrad Nacht 2018

Am letzten Freitag den 2.11.2018 konnte ich zum ersten Mal in meinem Nachtfotografie Kurs das Feuerwerk der Deutzer Kirmes mit meinen Teilnehmern zusammen einfangen.

Wir haben uns auf der Deutzer Brücke früh genug die besten Plätze gesichert um dort noch ein wenig über die besten Einstellungen für das Feuerwerk zu sprechen. Zwischendurch konnte ich auch mal auf den Auslöser meiner Kamera drücken, während ich den Teilnehmern die meiste Zeit Tipps zu ihren Einstellungen gegeben habe.

Da die Kirmeslichter leider aus gehen, wenn das Feuerwerk losgeht, musste ich eine Montage aus 2 Bildern erstellen um die erleuchtete Kirmes und das Feuerwerk gleichzeitig auf einem Bild zu bekommen. Durch diese Überblendung der 2 Bilder ist dieses neue Bild entstanden. Hierbei darf man natürlich seine Kamera nicht bewegen, sonst klappt das nicht.

Hier die Aufnahmedaten: Blende 16 (um eine längere Belichtungszeit zu erhalten), 8 Sekunden für das Feuerwerk, 4 Sekunden Belichtungszeit für die Kirmes, 27mm mit m4/3s Sensor, entspricht Blickwinkle von 54mm auf einer Kleinbild-/Vollformatkamera, ISO 200 (kleine Einstellung der GH81).

Herbstkirmes von Deutzer Brücke mit Feuerwerk montage 2018

Die Kirmes in Deutz bei schlechtem Wetter kurz vor Schluss. Ein Paradies für Nachtfotografen. Lichter, Pfützen, Ruhe, was will man mehr? 

Das Bild wurde aus verschiedenen Bildern zu einem HDR zusammengesetzt um mehr Details zu erhalten. Es wurde mittels Stativ aufgenommen um alle Aufnahmen ohne Verwacklungen mit dem gleichen Bildausschnitt hinzubekommen. 
Blende 22 (für eine längere Belichtungszeit), 12mm auf m4/3s Sensor, 24mm umgerechnet in Kleinbild/Vollformat, ISO 200 (kleine Einstellung der Lumix GH81. 
Belichtungszeiten 1,6 und 13 Sekunden mit 4 Bildern. 

Herbstkirmes 2018


Um zu lernen wie du selber solche Aufnahmen machen kannst, komm in meinen Nachtfotografie Kurs. Um solche Bilder bearbeiten zu können, empfehle ich dir meinen Adobe Lightroom Kurs der demnächst wieder stattfinden wird.

Gruß David Grigo

Tipp zum Bildaufbau: Negativer Space

Negativer Space oder negativ Raum.

Dieser Begriff wird meistens in seiner englischen Form benutzt, auch wenn das ziemlich denglisch klingt. Ist es wohl auch :)

Er bezieht sich darauf, dass man den Blick und die Aufmerksamkeit des Bildbetrachters durch eine große "freie" Fläche auf das eigentliche Motiv lenken kann.

In diesem Beispiel ist es der freie Himmel ohne Struktur, der den Blick auf das Paar lenkt, was zusätzlich mittig platziert ist. Sie ist zudem der hellst Punkt im Bild, was den Blick noch zusätzlich auf das Paar selber lenkt.

Eine gute Aufteilung von Negative Space zu eurem eigentlichen Motiv ist 60/40. Also 60 freier Raum und 40% Motiv. Dieses Ungleichgewicht wirkt für den Zuschauer nicht zu übertrieben.

Wichtig ist, dass eure freie Fläche wirklich frei von Struktur ist, so dass nichts den Blick stört, wie in meinem Beispiel.

Kölner Stadion bei Sonnenuntergang Fotokurs Köln BIldaufbaukurs
Paarshooting Wahnerheide Kurs Workshop

Tipp Bildaufbau: Natürliche Rahmen

Benutze natürliche Rahmen bei deinen Bildern. Es gibt bei manchen Szenen gute Möglichkeiten den Blick des Betrachters noch mehr auf euer Hauptmotiv zu lenken, indem man Linien oder Formen benutzt um das Motiv einzurahmen.

Bildaufbau Kurs Köln Beispielbild natürlicher Rahmen

Durch den Zaun im Vordergrund wird der Blick des Betrachters noch mehr in die Mitte auf die freiliegende Statue geleitet um ihr noch mehr Bedeutung zu geben.

Bildaufbau Kurs in Köln Beispiel natürlicher Rahmen Kirche in Santorini

Bei dem 2. Bild gibt das Tor der Kirche einen natürlichen Rahmen und gibt dem Gebäude weitere Geltung.

Viel Spaß beim Ausprobieren

David

Natürliche Rahmen in Fotos benutzten


Unser heutiges Foto zeigt die Tower Bridge in London mit einer Langzeitbelichtung.

Hier haben wir bewusst den vorderen Bogen der Brücke mit im Bild gelassen, um den Turm in der Mitte des Foto auf natürliche Weise einzurahmen. 
Durch die Einrahmung wird der Blick des Betrachter stärker auf den Turm als Hauptmotiv gelenkt. Wären wir ein Stück nach vorne gegangen um den Bogen nicht mehr im Bild zu haben, hätten wir außerdem nur den schwarzen (langweiligen) Himmel am oberen Rand.

Die weiteren Daten des Bildes: 
High-Dynamic-Range (HDR-)Bild mit 3 verschiedenen Verschlusszeiten von ca. 1-30 Sekunden, Blende 8, ISO 100.

Für weitere Tipps, geht auf unseren Blog oder besucht unsere Nachtfotografie Kurse. 
http://www.fotografie-kurs.koeln/blog/

Bis bald!
Julian und David

Lichter der Tower Bridge - London - HDR
 

Quicktipp Nr. 28: Probiere andere Perspektiven aus!

Welchen Blickwinkel benutzt ihr am meisten bei euren Fotos?

Zu 90% wird es die eigene Augenhöhe sein!

Prüft es mal nach. Es ist erschreckend wie bequem wir manchmal sind. Wir kaufen uns Equipment für tausende von Euro, aber sind zu faul uns mal hin zu knien oder irgendwo hoch zu klettern, um unsere Bilder aufregender zu gestalten. Interessante Bilder werden nicht immer durch Equipment besser, sondern auch dadurch Vertrautes/Bekanntes in einer neuen Art und Weise zu zeigen. Bietet dem Betrachter eurer Bilder eine neue Perspektive, so dass sie interessiert hin schauen.

Probiert es aus, macht euch dreckig, legt euch hin, stellt euch auf die Zehenspitzen, bewegt euch! :)

Zeigt uns etwas von euch! Postet eure interessanteste Perspektive in einem Foto unter diesen Beitrag!

Das Bild hat David in Schottland aufgenommen. Er musste extra über die Felsen klettern um an diese Stelle zu kommen. Die Aufnahmehöhe entspricht ungefähr einer Höhe von 30cm. Der Wasserfall sieht daher deutlich größer aus, als er eigentlich ist :) 

Das Bild hat David in Schottland aufgenommen. Er musste extra über die Felsen klettern um an diese Stelle zu kommen. Die Aufnahmehöhe entspricht ungefähr einer Höhe von 30cm. Der Wasserfall sieht daher deutlich größer aus, als er eigentlich ist :) 

 
 

Quicktipp Nr. 26: Ignoriere die Technik, konzentriere dich auf den Bildaufbau

Vergiss für eine Weile die Technik. Sagen wir eine Woche? :)

Fotografiere im Automatikmodus oder reduziere den technischen Faktor soweit es geht. Konzentriere dich wirklich NUR auf den Inhalt deines Fotos. Beschäftige dich lange mit nur einer Szene/einem Motiv.

Es hilft ungemein den technischen Druck, gerade am Anfang, zu reduzieren und sich wirklich darauf zu konzentrieren, was man denn nun wirklich sieht, wenn man durch den Sucher seiner Kamera schaut und wie dieses Bild auf einen Außenstehenden wirkt.

Wenn ihr euch mit eurem Bildinhalt beschäftigt, werden eure Bilder deutlich besser, als wenn ihr sie nur schnell "knippst" oder versucht mit irgendwelchen technischen Kniffen einen langweilige Szene interessant zu gestalten (übertriebene Bildbearbeitung, extreme Winkel, Panorama, HDR etc.) Diese Dinge können einen guten Bildinhalt unterstützen und verbessern, jedoch nie ersetzen. Eine Blume wird immer eine eher langweilige bleiben, weil sie jeder schon mal gesehen hat, außer ihr gestaltet die Ansicht besonders/anders, als man sie sonst wahrnimmt.

 

Erklär-Bär Foto Woche 43

Hallo zusammen,

hier ein neues Foto, welches ich euch heute kurz erklären möchte.

Ich habe mich hier für ein Bild aus meiner Thailandreise entschieden, welches ist Ende 2014 aufgenommen habe. Das Bild zeigt ein landestypisches „Tuktuk“ mit Fahrer und Passagier. 

Welche Kamera habe ich genutzt?
Sony A6000
Sony 35mm 1.8 mit Bilstabilisator

Wie habe ich die Kamera eingestellt?
manueller Modus (M)
Verschlusszeit: 1/100
Blende: 2,2
ISO: 250

Ich habe hierfür mein kleines 35mm Objektiv benutzt, da es am Abend in der Dämmerung war und ich nicht mehr so viel Licht zur Verfügung hatten. 
Daher kommt auch die Einstellung der ISO mit 250 und der Blende 2,2. 
Die Brennweite war so gewählt, dass ich eine normale Straßenszene gut abbilden konnte und nicht zu nah heran, aber auch nicht zu weit weg stehen musste. 

Das Wichtige an dem Foto ist hier die Verschlusszeit von 1/100s, die ich durch etwas ausprobieren herausgefunden habe. 
Die Technik hinter diesem Foto nennt sich „Verschwenken“ oder „Mietziehen“
Man macht also ein Foto während man das Motiv in seiner Bewegung verfolgt.

Das Foto wird belichtet während man also genau das tut, was man normalerweise bei jedem Bild versucht zu vermeiden: Man verwackelt die Kamera absichtlich in dem man sie mit der gleichen Geschwindigkeit bewegt wie das bewegte Motiv, in diesem Fall das Tuktuk. 
Wenn man das richtig hinbekommt verschwimmt der Hintergrund durch das Bewegen der Kamera selber, jedoch bleibt das Motiv im Vordergrund trotzdem scharf, weil es sich genau parallel zur Kamera bewegt und für die Zeit der Belichtung aus Sicht der Kamera still steht. 

Solche Fotos erfordern aus der Hand immer ein gewisses Ausprobieren. 

Die Verschlusszeit hängt mit der benutzten Brennweite, dem Abstand und der Geschwindigkeit des Motivs ab. 

Folgend Abhängigkeiten gibt es:

höhere die Geschwindigkeit meines Motiv = kürzere Verschlusszeit
höheren Brennweite = kürzere Verschlusszeit
kleinerer Abstand zum Motiv = kürzere Verschlusszeit

Ich hoffe ich konnte euch die Technik etwas näher bringen. 

Viele Grüße

David Grigo

 

Erklär-Bär Foto Woche 42

Gibt es hier eigentlich Hundeliebhaber? 

Ich bin auf jeden Fall einer! Deshalb möchte ich Euch heute dieses Foto zeigen.

Das Foto entstand bei einem Spaziergang mit meinem Hund "Mila"

Wie habe ich es gemacht?
- Relativ einfach: Den Hund absitzen lassen, 15 Meter nach hinten gehen und den Hund zu sich rufen „smile“-Emoticon

Welche Kamera habe ich genutzt?
- Nikon D800
- Nikon 70-200mm f2.8

Kameraeinstellungen:
- 1/1000 sek
- ISO 400
- f2.8
- 200mm

Es ist wichtig dass bei so einem Foto der kontinuierliche Autofokus in der Kamera eingestellt wird. Dies bedeutet dass der Fokus, solange ihr den Auslöser drückt, immer wieder der Entfernung des Hundes/Motivs angepasst wird.

Weiterhin solltet Ihr die Option "Serienbildaufnahme" einschalten. Dies ermöglich eine Reihe von Fotos mit nur einem Klick auf den Auslöser.

Ich freue mich auf Eure Fragen
Julian

(PS: Wer noch mehr solcher Fotos sehen möchte kann gerne diesem Link folgen: https://www.facebook.com/milazwergpinscher?ref=bookmarks)

Quicktipp Nr. 12 Reise des Auges durch ein Bild

Ein Bild ist eine Entdeckungsreise für das menschliche Auge: Es wandert vom hellsten Punkt, zum Punkt mit der auffälligsten Farbe und dann zum Schärfepunkt des Bildes. 
Danach wird das Gehirn versuchen Gesichter und Linien bzw. Formen zu erkennen. Dies passiert innerhalb von ca. 1-2 Sekunden. 
Bau dein Bild entsprechend auf und leite den Blick deines Betrachters. Platziere daher möglichst dein Motiv entsprechend im Bild, so dass es schnell als Hauptmotiv erkannt wird.